101 _ DAS DÜBENDORF-GESCHENK

Mai 2, 2012 in ARTIKEL DER KREATIVE BUND – DAS NATIONALE EXPERIMENT
Autor: Jürg Minsch und Thom Held

Von Thom Held und Jürg Minsch

Federal Palace of Switzerland

Kann «der Bund» kreativ sein? Soll er kreativ sein? Wenn ja, wie? – In Zeiten grosser Umwälzungen in Technik, Wirtschaft und Gesellschaft weltweit – und die Schweiz mittendrin! – MUSS auch der Bund – Bundesrat, Parlament und Administration – der Kreativität ausreichend Raum und Zeit zugestehen. Denn Kreativität ist die Mutter jeglicher Innovation, auch wenn’s um Fragen zur Gesellschaftsentwicklung geht. – Nehmen wir die noch zu klärende Zukunft des national bedeutenden Flugplatzes Dübendorf. Es ist ein Paradebeispiel dafür, dass es sich lohnt, Wege zu erkunden, wie der Bund kreativ handeln kann: indem er Kreativität zulässt, diese provoziert, ja einfordert, damit am Schluss etwas «werthaltig Grosses und Bewegendes» entsteht. Dafür steht die unabhängige «Denk-Allmend», die sich in ihrem Auftaktprojekt auf die Frage der Flugplatzzukunft konzentriert. – Die «Denk-Allmend für den Flugplatz Dübendorf» will im Jahr 2012 schrittweise aufzeigen – auch mit diesem Blog  –, wie die Flugplatzfrage sich wandeln kann zum Projekt «DER KREATIVE BUND – DAS NATIONALE EXPERIMENT».

Der Bund ist Eigentümer des Flugplatzareals. Er kann diesem neue Funktionen zuweisen, in seinem Besitz behalten, oder ganz oder in Teilen veräussern. Aktuell wird in den Dimensionen «Fliegen oder Beton» diskutiert. Vier Themen sind auszumachen: Landesverteidigung, Aviatik, Innovation, Geld. Der Ideenwettbewerb der «Denk-Allmend Flugplatz Dübendorf» und die zugehörige Ausstellungs- und Veranstaltungswoche im Oktober 2011 haben eindrücklich aufgezeigt: Dies ist viel zu kurz gedacht. Gehen wir an den Anfang:

Der Bund – und damit wir alle – können den Flugplatz zuallererst einmal als riesiges «Geschenk des Strukturwandels» verstehen. Es gilt, dieses grosse Versprechen für die Zukunft  breit auszukundschaften: Welche Fragen stellen sich überhaupt? Welche Chancen bieten sich? Welche Visionen und Gestaltungsvorstellungen kristallisieren sich heraus? Für eine solche Phase der Reflexion und Kreativität plädieren wir und zeigen 2012 Wege auf: Bevor etwas entschieden wird, soll ein «nationales Experiment» gewagt werden. In einem öffentlichen Denk- und Diskussionsprozess soll das möglichst Wertvollste für das Flugplatzareal herausgefunden werden. Dies bedeutet: Denkroutinen und Routineverfahren zurückstellen und etwas Neues wagen – Bereitschaft zeigen, der Kreativkraft im Lande eine echte Chance geben, bevor Verbindliches festgelegt wird.

Im Sinne der Denk-Allmend-Methode nach J.W. Goethe, zitiert im Radiohörspiel «Ein Flugplatz hebt ab» (Redaktor D. Hitzig) vom 13./14.10.2011, Radio DRS 1 und 2: «Erst Empfindung, dann Gedanken. Erst …

Kreativität gedeiht im Solitären bzw. im Kleinen am leichtesten. Der Bund ist jedoch weder solitär noch klein. Für ihn heisst dies: sich der Kreativität bzw. den kreativen Kräften des Landes mit Empathie und Vertrauen öffnen – dies ist sein Mut! – und einen neuartigen Rahmen setzen – dies ist seine kreative Leistung! –, damit die Kreativkraft in der Zivilgesellschaft Konkretes von bedeutendem Wert ausbrüten und gebären kann. Etwas, das Antworten gibt auf oft erst unterschwellig wirkende Sehnsüchte, Wünsche, Ohnmachtsgefühle, Enttäuschungen und Wut – was das gesellschaftliche Ausloten und Definieren von Zukunft betrifft. Der Ideenwettbewerb der «Denk-Allmend Flugplatz Dübendorf» von 2011 hat nicht nur höchst interessante Ideen hervorgebracht, sondern liefert ein verborgenes Psychogramm: Sehnsüchte, Wünsche und Forderungen vor allem junger Menschen bezüglich der Zukunftsgestaltung.  – Siehe dazu die Denk-Allmend-Auswertung auf der Website: http://www.denkallmend.ch/wp-content/uploads/2011/01/Zeitung_ohne-Ideen.pdf

Noch hält sich «der Bund» in der Flugplatz-Dübendorf-Frage bedeckt: Vorerst sollen das VBS und das UVEK erörtern, ob nicht doch eine Kombination militärisch-zivil-aviatischer Nutzung sinnvoll wäre. Noch ist nichts zu vernehmen.

Die Denk-Allmend» lässt sich von dieser Offenheit weder beirren noch aufhalten. Wir wollen die Zeit nutzen, um aufzuzeigen, wie der Bund in dieser Frage zum «kreativen Bund» werden kann, wie er ein «nationales Experiment» in die Wege leiten kann, das landesweit und möglicherweise über die Grenzen hinaus Aufsehen erregt, dank neuer Formen der direkten Demokratie – frei  nach Goethe: «Erst Kreativprozess, dann Verbindlichkeit. Erst die richtigen Fragen und Ideen, dann Entscheiden.» Damit Demokratie nicht einfach den kleinsten gemeinsamen Nenner widerspiegelt, sondern werthaltig Grosses schafft, das die Schweiz voranbringt.

Dies bedeutet für die «Denk-Allmend Flugplatz Dübendorf» im 2012:

1)  Zu den Themen DER KREATIVE BUND – DAS NATIONALE EXPERIMENT und ERFINDUNGEN FÜR EINE LEBENDIGE DEMOKRATIE werden wir regelmässig Blog-Artikel verfassen und so in eine Online-Kommunikation treten. Es wird dargelegt, was diese beiden Themen beinhalten und diskutiert, wie sie die «Flugplatz-Dübendorf-Frage» befruchten können.

2)  Wir werden bei unabhängigen DenkerInnen, bei Personen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kunst & Kultur sowie Zivilgesellschaft spezifische Fragen zu unseren Themen stellen und im Blog unter NACHGEFRAGT publizieren.

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Wir laden Sie alle herzlich ein: bringen Sie sich ein, im Blog …
mit Kommentaren, Hinweisen oder Anregungen. 

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3)  Parallel dazu arbeiten die Preisträgerinnen und Preisträger vom Ideenwettbewerb 2011 – DÜBENHOLZ, EIN MOMENT DER KLARHEIT, FLEX, DÜLAND plus WILDE BLUMEN – weiter an ihren Zukunftsideen.

4)  Im November 2012 erfolgt der Gang nach Bern, zum Bund als Grundeigentümer und dessen Verwaltung:
zu Bundesrat, Bundesparlament und Bundesadministration und gleichzeitig ausgerichtet auf die öffentliche Schweiz:
Mit zwei Produkten:
A_ Mit einem unkonventionellen «Sachplan»:  MOMENTE DER KLARHEIT. EIN SACHPLAN. DAMIT WIR DAS GESCHENK HABEN (ab 8. November 2012) zuhanden des Bundes und der Schweizer Öffentlichkeit.
B_ Mit einer NATIONALEN ONLINE-ABSTIMMUNG zu wichtigen Fragen rund um den Flugplatz Dübendorf.

5)  Im Frühling 2013 soll dann das auswertende DENK-ALLMEND-BUCH zu den zweieinhalb Jahren der «Denk-Allmend Flugplatz Dübendorf» vorliegen.