121 _ FORMATSPRENGEND!? … DIE REAKTIONEN AUS DEM BUNDESHAUS, DEM WALCHETURM .. UND DER ZIVILGESELLSCHAFT

Januar 28, 2014 in ARTIKEL DER KREATIVE BUND – DAS NATIONALE EXPERIMENT

Von Thom Held und Jürg Minsch

Wir danken für die vielfältigen Reaktionen auf das erste DENK-ALLMEND-Buch: Reaktionen aus der Zivilgesellschaft, aber auch aus dem Bundeshaus, dem Walcheturm des Zürcher Regierungsrats und dem Stadthaus Zürich. – Die Glattaler halten sich noch zurück. Ein herzliches Dankeschön, sowohl den Citoyennes und Citoyens als auch den Magistraten! – Die gewählten Worte sind zudem aufschlussreich.

 

 

Das Bemühen um das aktive Mitgestalten, das Einbringen von Visionen und Denkanstössen werden von den Regierenden gelobt und verdankt. Zwischen den Zeilen der Antworten aus den Regierungsstuben ist aber auch herauszulesen: Dankeschön, nun ist aber genug, wir machen weiter … wie geplant – siehe die Antwort von Bundesrätin und UVEK-Vorsteherin Doris Leuthard. Interessant dabei, wie bestimmend eine unter gewissen Prämissen erstellte «Testplanung» nun für ein national bedeutsames Areal geworden ist. Waren das damals überhaupt die richtigen Fragen, die der Testplanung zugrunde gelegt wurden? Wir meinen entschieden nein – zuerst wäre doch zu klären, was die Schweiz will, bevor man Teilfragen stellt, die Jahre später determinierend werden.

Die «ehrlichen Diskussionen», die Bundesrat Didier Burkhalter als Stärke «unserer Demokratie» hervorhebt, wurden im Falle der Zukunftschance Flugplatz Dübendorf noch gar nicht erst geführt. Vielmehr war es bislang so: Geplant, entschieden – ohne Feedbackkultur mit der breiten Öffentlichkeit, und das bei einem so bedeutsamen Objekt, das noch ganz andere, viel weitreichendere und bewegendere Innovationspotenziale böte, als ein Innovationspark es vermag. Die Schweiz möchte doch zu den Besten gehören! Mit Projekten aus der Schublade oder mit etwas ungeahnt Neuartigem und Grossem, das die Schweiz in einem gemeinsamen Innovationsprojekt ausbrütet und voranbringt? Angebote zu ehrlichen Diskussionen zu solch unterschiedlichen Perspektiven waren zahlreiche da, sie wurden bislang noch (!) ausgeschlagen.

Das Büro von Bundespräsident und VBS-Vorsteher Ueli Maurer beweist dafür – in Unkenntnis der Verwendung des Begriffs «Sprezzatura» im Buch – Humor. Heiterkeit ist uns im gesellschaftlichen Diskurs und öffentlichen Think-Tank-Prozess wichtig. Dass wir Adressaten einer solchen «Sprezzatur» sogar aus dem Bundeshaus geworden sind, ist uns eine grosse Ehre.

Während Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch per Email herzlich danken lässt, hofft der persönlich mailschreibende Stadtrat Richard Wolff, dass das von uns vorgeschlagene Verfahren doch noch zum «leuchtenden Beispiel für partizipative Zukunftsgestaltung» werde. – Wir plädieren ja für eine neuartige, viel Positives versprechende «Umgekehrte Partizipation». – Nationalrätin Doris Fiala, wie Regierungsrat Markus Kägi den Thomas Held mit dem Thom Held verwechselnd, meint: «Gute Gedanken und Wünsche für Sie, möge Ihnen das kreative und kritische Denken nie abhanden kommen. Die Schweiz braucht sie!»

Erfreut über das «sehr gehaltvolle Buch» zeigt sich auch Remo Largo, der im Buch selbst einen «Nachgefragt»-Beitrag leistete. Das Buch stimmt ihn auch nachdenklich und verleitet zu Worten, die an seinem Buchbeitrag anschliessen: «Ich leide sehr an der Perspektivenlosigkeit der Schweiz. Meine Hoffnung: die jungen Generationen – wenn sie denn nicht in ihren Visionen durch die mächtigen Alten abgewürgt werden.» Das DENK-ALLMEND-Buch zeigt, dass diese Gefahr des Übergangen-Werdens auch im Zusammenhang mit Dübendorf latent besteht. Doch das Buch offenbart daneben auch jene ansonsten verborgen gebliebenen, von den Etablierten in Wirtschaft, Politik und sogar Wissenschaft undiskutierten grossartigen Chancen, die ein weiter andauerndes «Schweizgespräch» hin zu einem bahnbrechenden «Schweizprojekt» bieten würde. Öffnen statt abwürgen, das wär der erste Schritt zur «ehrlichen Diskussion» über die Zukunft der Schweiz.

Eine Stimme aus der Zivilgesellschaft äussert sich zum Buch mit den Worten: «Formatsprengend im besten Sinn».
Genau das wünschen wir der Schweiz von heute: Mut zu haben, im besten Sinne als Land mitten in Europa das eigene Format zu sprengen, um Neues und Zukunftsweisendes für sich und Europa zu entdecken!

Die Briefe der Bundesrätin Leuthard und der Bundesräte Maurer und Burkhalter sowie Regierungsrat Kägi als Kopie (im jpeg-Format):