Jürg Minsch und Thom Held

SABETH TÖDTLI, ODER WENN «SOZIAL-ARTISTISCHE» METHODEN DIE NEUGIERDE ALLER FÜR ZUSAMMENHÄNGE VON URBANITÄT WECKEN

Dezember 3, 2012 in NACHGEFRAGT

Sabeth_Tödtli

 

 

 

 

 

 

 

3 Fragen an Sabeth Tödtli (1984*), Urbanistin und Mitbegründerin von zURBS,
dem «sozial-artistischen Stadtlabor für Zürich»

Die DENK-ALLMEND:  Sabeth Tödtli, nach internationalen und interdisziplinären “urban studies” in den vier europäischen Städten Brüssel, Wien, Kopenhagen und Madrid hast Du mit gleichgesinnten, jedoch in anderen Disziplinen beheimateten Leuten in Zürich eine Non-Profit-Organisation zURBS gegründet, ein wie Ihr es nennt «sozial-artistisches Stadtlabor für Zürich». Was bezweckt Ihr damit? «Social artistic», ist das ein neues Modewort oder ist damit eine neue Methode und/oder eine andersartige Vorstellung von Urbanität zu verstehen?

Sabeth Tödtli, zURBS:  In Belgien zum Beispiel – wo wir von zURBS uns kennengelernt haben – ist «social-artistic» längst ein selbstverständlicher Begriff, unter dem schon viele spannende Projekte entstanden sind, und der eine neue Strömung in der Arbeit mit der Stadt hervorgebracht hat, die wir sehr wertvoll finden. Bei der zURBS-Gründung in Zürich haben wir ‘social-artistic’ erstmal naiv ins Deutsche übersetzt, ohne zu ahnen wie oft wir damit auf fragende Blicke treffen werden. Aber Fragen sind schöner als Vorurteile. immerhin wird uns dank diesem Begriff nicht sofort ein Stempel aufgedrückt, wie es zum Beispiel mit ‘sozio-kulturell’ der Fall wäre. Neue Begriffe dienen manchmal schlichtweg dazu, neugierige Leute für alte Ideen zu gewinnen. Denn Rest des Eintrags ansehen →

Jürg Minsch und Thom Held

HANNA GERIG, ZU EINER DEMOKRATIE, DIE FÜR VERDRÄNGTE IDEEN UND DAS UNMÖGLICHE KÄMPFT

Juni 29, 2012 in NACHGEFRAGT

Hanna Gerig

 

 

 

 

 

 

 

2 Fragen an Hanna Gerig, eine der Initiantinnen und Initianten der «Zürcher Landsgemeinde», die sich einer inhaltlich, methodisch und akteurbezogen weniger einengenden Demokratie verschrieben hat. Wir von der Denk-Allmend meinen: Bravo!

Die Denk-Allmend:  Hanna Gerig, Sie sind Mitbegründerin des Vereins «Landsgemeinde», ein junges Gefäss wie die «Denk-Allmend», aber von auffällig jüngeren Leuten initiiert als wir es sind, was uns sehr freut! Ihr wie wir wagen es, «Erfindungen für eine lebendige Demokratie» konkret auszuprobieren. Wie geht Ihr dieses Ziel an und warum?

Hanna Gerig:  Wir möchten mit der Landsgemeinde eine Form bereitstellen, die, im Gegensatz zu offiziellen demokratischen Prozessen in der Schweiz, für die ganze erwachsene Bevölkerung offen steht. Zudem möchten wir auch Ideen zu Wort kommen lassen, die in der Tagespolitik Rest des Eintrags ansehen →

Jürg Minsch und Thom Held

LAURA DE WECK, ZUR «SCHWEIZER SEELE» UND ZU «ENTSTEHUNGSRÄUMEN»

Juni 25, 2012 in NACHGEFRAGT

Laura de Weck

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Fragen an Laura de Weck, in Hamburg lebende Bühnenautorin, Regisseurin, Schauspielerin und Mutter.

Die Denk-Allmend:  Frau de Weck, als Bühnenautorin, Regisseurin und Schauspielerin nehmen sie ständig neue Anläufe. Beim Entwerfen von Ideen und bei der Suche nach deren Umsetzung gibt es kein Stillstehen. Das braucht Mut, immer wieder von Neuem. Und es tönt nach Stress. Trotzdem wirken Sie froh gestimmt. Glauben Sie, in gebührender Distanz zur Schweizer Heimat in Hamburg lebend, dass in der Schweiz trotz der Dominanz von abtastender Vorsicht ebenfalls noch etwas von diesem Frohmut bewahrt geblieben ist oder neu entdeckt werden könnte, um Neues, Zukunftsweisendes zu schaffen, das wiederum andere ermuntert, zu “Frohmuts-Aktivitäten”?

Laura de Weck:  In der Schweizer Kunst ist das bereits so: Viele grosse Künstler, sei es in der bildenden Kunst (Urs Fischer, Fischli-Weiss, Pipilotti Rist) oder im Theater (Marthaler, Häusermann) arbeiten mit Humor und Frohmut. Verglichen mit Deutschen Künstlern ist es geradezu auffallend, wie in der Schweiz Schmerzhaftes und Krampfhaftes immer wieder durch Humor formuliert wird. Ich habe auch den Eindruck, dass es zur Schweizer Seele gehört, sich nicht zu ernst zu nehmen und immer zu hoffen. Eigentlich ist es eine wunderbare Voraussetzung um Neues zu wagen, aber es fehlt uns an Mut. Wir sind frech Rest des Eintrags ansehen →

Jürg Minsch und Thom Held

BENEDIKT LODERER, ZUM UMGANG MIT DEM GRUNDSTÜCK VON NATIONALER BEDEUTUNG

Juni 18, 2012 in NACHGEFRAGT

Benedikt Loderer, Martin Guggisberg

 

 

 

 

 

 

3 Fragen an Benedikt Loderer, dem «Stadtwanderer» und Gründer der Architektur- und Design-Zeitschrift HOCHPARTERRE im engagierten Un-Ruhestand:

Die Denk-Allmend:  Herr Loderer, als schweizweit bekannter «Stadtwanderer» kennen Sie Land und Leute wie kaum jemand sonst. Was ist für Sie der Flugplatz Dübendorf? Ein Stück Land wie vieles andere auch?

Benedikt Loderer:  Eben nicht, es ist ein Grundstück von nationaler Bedeutung. Es ist zu wichtig, dass man es dem landesüblichen Planungsprozess überlassen kann. Wenn es das gäbe, müsste man eine eidgenössische Planungszone errichten. Jedenfalls dürfen nicht die Gemeinden entscheiden, die wollen nur Beute machen. Man muss den Planungsprozess hinter den geschlossenen Rest des Eintrags ansehen →

Jürg Minsch und Thom Held

REMO LARGO, ZUM «JUNGBRUNNEN EINER GESELLSCHAFT»

Mai 2, 2012 in NACHGEFRAGT

Remo Largo

 

 

 

 

 

2 Fragen der Denk-Allmend-Initianten an den in allen Schweizer Familienstuben bekannten Facharzt und Buchautor Remo Largo:

Die Denk-Allmend:  Viele der im Wettbewerb eingereichten Zukunftsideen zum Flugplatz stammen von jungen Leuten. Die von der Jury herausgehobenen Ideen, sowie alle prämierten Ideen stammen von Einzelpersonen und Teams, die am Anfang Ihrer beruflichen Laufbahn stehen. Ist dies womöglich ein Ausdruck dessen, was Sie im Zusammenhang mit Ihrem neuesten Buch als «stete Neuerfindung der Moral» und als «Jungbrunnen der Gesellschaft» bezeichnen?

Remo Largo:  Die Erneuerung der Gesellschaft kommt immer von jungen Menschen, sei es gesellschaftlich, kulturell oder technisch. Die Gesellschaft verbaut sich also die eigene Zukunft, wenn sie der jungen Generation nicht den notwendigen Freiraum gibt, um sich kreativ auszudrücken. 

Aus den Wettbewerbsideen lässt sich ein Psychogramm dessen herauslesen, was vor allem auch jüngere Teile der Zivilgesellschaft für Sehnsüchte, Wünsche und Forderungen an die Zukunftsgestaltung hegen (siehe S. 8 unserer Zeitung vom Okt. 2011): der Wunsch nach mehr Denk- und Rest des Eintrags ansehen →