Jürg Minsch und Thom Held

LAURA DE WECK, ZUR «SCHWEIZER SEELE» UND ZU «ENTSTEHUNGSRÄUMEN»

Juni 25, 2012 in NACHGEFRAGT

Laura de Weck

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Fragen an Laura de Weck, in Hamburg lebende Bühnenautorin, Regisseurin, Schauspielerin und Mutter.

Die Denk-Allmend:  Frau de Weck, als Bühnenautorin, Regisseurin und Schauspielerin nehmen sie ständig neue Anläufe. Beim Entwerfen von Ideen und bei der Suche nach deren Umsetzung gibt es kein Stillstehen. Das braucht Mut, immer wieder von Neuem. Und es tönt nach Stress. Trotzdem wirken Sie froh gestimmt. Glauben Sie, in gebührender Distanz zur Schweizer Heimat in Hamburg lebend, dass in der Schweiz trotz der Dominanz von abtastender Vorsicht ebenfalls noch etwas von diesem Frohmut bewahrt geblieben ist oder neu entdeckt werden könnte, um Neues, Zukunftsweisendes zu schaffen, das wiederum andere ermuntert, zu “Frohmuts-Aktivitäten”?

Laura de Weck:  In der Schweizer Kunst ist das bereits so: Viele grosse Künstler, sei es in der bildenden Kunst (Urs Fischer, Fischli-Weiss, Pipilotti Rist) oder im Theater (Marthaler, Häusermann) arbeiten mit Humor und Frohmut. Verglichen mit Deutschen Künstlern ist es geradezu auffallend, wie in der Schweiz Schmerzhaftes und Krampfhaftes immer wieder durch Humor formuliert wird. Ich habe auch den Eindruck, dass es zur Schweizer Seele gehört, sich nicht zu ernst zu nehmen und immer zu hoffen. Eigentlich ist es eine wunderbare Voraussetzung um Neues zu wagen, aber es fehlt uns an Mut. Wir sind frech Rest des Eintrags ansehen →

Thom Held

104 _ SCHWEIZ SEIN HEISST VISIONÄR SEIN – DER DÜBENDORF-TEST

Juni 13, 2012 in ARTIKEL DER KREATIVE BUND – DAS NATIONALE EXPERIMENT

Von Thom Held

Roman Signer@Denk-Allmend

Ein Sonderfall sei die Schweiz. Und bescheiden. Grosstaten seien nicht ihre Stärken. Das Kleine hat sie gern, und will selbst als das eigenwillig Kleine respektiert, wenn nicht geliebt werden. Daran hängt auch etwas Wahres. Aber auch nicht! Zur Schweiz und zu dem, was man gerne als «idee suisse» bezeichnet, gehört stets auch das Aussergewöhnliche, das Visionäre. Und visionär muss das Schweizerische gerade in Zukunft sein. Ob wir das auch wollen, und können? Dübendorf ist ein Test. Ein Test, ob wir die Demokratie mit dem Visionären zu vermählen vermögen. Der Test läuft. – Ein Plädoyer für eine bewegte und bewegende Schweiz, denn: SCHWEIZ SEIN HEISST VISIONÄR SEIN.

Filettierung? Nein.

Die befristete «Denk-Allmend für den Flugplatz Dübendorf» hat – im Lichte einer fast einmaligen Zukunftschance, fürs Land, nicht nur für die Region – von Beginn weg ihre Zielvorstellung festgelegt: Nicht das Alltägliche fortsetzen. Nicht als Spiegel der Interessengruppen das Filet tranchieren und die Stücke zum Verteilen bereithalten. Nein.

Es geht beim Flugplatz Dübendorf um einen Demokratie-Test: Sind wir heute noch in der Lage, als Land, als demokratisches Gemeinschaftsgefüge etwas Bedeutendes, Aussergewöhnliches, Zukunft Weisendes, werthaltig Grosses, Sinn und Identifikation Stiftendes, Berührendes und Bewegendes zu schaffen? Alles zusammen. Was möglich ist, wenn’s stimmt. Als Bekräftigung, ja als Reverenz an eine Schaffenskraft, die sich nicht am Mittelmass orientiert, auch nicht Rest des Eintrags ansehen →